2. Reise - Juli 2006
Welche Fortschritte machen unsere Kinder? 2 Jahre nach dem ersten Besuch.
Mehr als 2 Jahre sind seit unserem letzten Besuch vergangen. Eigentlich
hatten wir Zsuzsa zu uns in die Schweiz eingeladen, aber sie ist gesundheitlich
nicht in der Lage, uns zu besuchen. Kurz entschlossen machen wir uns
zu viert auf den Weg nach Rumänien. Inzwischen ist es möglich, via Budapest
nach Tirgu Mures zu fliegen, von wo wir nur noch 130 Kilometer bis nach
Odorheiu zurücklegen müssen.
Äusserlich hat sich das Land auf den ersten Blick nicht gross verändert.
Die Strassen sind inzwischen aber besser geworden.
Gleich am ersten Abend besuchen wir zusammen mit Zsuzsa die Buchhalterin
der Stiftung, die uns bereitwillig die Bücher öffnet. Die junge Frau
hat wie Zsuzsa Jus studiert und macht die nicht einfache Buchhaltung
gratis. Auch in den folgenden Tagen treffen wir immer wieder auf Leute,
die mit bescheidenen Mitteln helfen, obwohl sie selber kaum etwas haben.
Während den 6 Tagen, die wir in Odorheiu verbringen, besuchen wir die
Behindertenwerkstatt, sind jeden Tag im Heim und prüfen auch mit lokalen
Politikern, wie sich die Situation des Heimes verbessern liesse. Schwierig
in einem Land, das keine Mittelschicht kennt und in dem von den 19 Millionen
Einwohnern 3 Millionen ihr Einkommen im Ausland suchen, 3 Millionen
eine Anstellung haben und 13 Millionen auf dem Land leben und von dem
leben, was der Boden hergibt.
Wir treffen das Heim wie gewohnt sehr sauber an, die Kinder freuen sich
über den Besuch und zeigen uns stolz, was sie inzwischen gelernt haben.
Veronica, eine autistische junge Frau, die vor zwei Jahren noch völlig
unnahbar war, umarmt uns inzwischen herzlich. Grosse Fortschritte, die
uns sehr freuen.
Die Betreuer sind noch fast ausnahmslos dieselben wie beim letzten Besuch.
Einige von ihnen arbeiten schon mehr als 6 Jahre im Heim. Die meisten
haben eine Ausbildung als Erzieher, Lehrer oder Heilpädagoge und allen
ist gemein, dass sie sich liebevoll um die Kinder kümmern.
Noch etwas das uns hoffnungsvoll stimmt. Zsuzsa hat jemanden gefunden,
der dafür sorgt, dass die Kinder täglich zwei richtige Mahlzeiten bekommen.
Noch immer ist es nicht einfach, genügend Spenden für all die anderen
Ausgaben wie Strom, Heizung, Miete, Löhne der Angestellten und Medikamente
zu bekommen. Aber Zsuzsa jammert nicht. Sie hat sehr schlimme Zeiten
hinter sich, Tage, Wochen, Monate in denen sie verzweifelt Hilfe für
sich und vor allem für ihre Kinder suchte.
Dass wie heute einige ihrer Sorgen abnehmen können, verdanken wir unseren
treuen Spenderinnen und Spendern. Wir danken Ihnen für jeden Beitrag.
Wir versichern Ihnen, er kommt dort an, wo er sehr gebraucht wird.
Die Reisenden Hans Hofstetter, Vincent Blum, Irmgard Wild, Judith Krauer
(Die Reise nach Rumänien ist Ersatz für unsere Sommerferien. Natürlich
wird die Reise von jedem Teilnehmer vollständig selber bezahlt und kein
Spenderfranken dafür verwendet.)



